Business- und Eventphilosophie

Herr Goebel, Sie propagieren eine „Neue Partnerschaft“. Was meinen Sie damit?
Aus der neuen Partnerschaft zwischen Kunst und Wirtschaft ergeben sich gerade ganz tolle Möglichkeiten für beide, weil die Wirtschaft die Emotion wiederentdeckt hat. Plötzlich ist es allen vollkommen klar, dass Kaufentscheidungen immer emotional sind. Die Neurologen haben es bewiesen: Erst nach der Entscheidung versorgt uns das Gehirn nanosekundenschnell mit den entsprechenden Rechtfertigungen, also Preis/Leistung, Kosten/Nutzen, usw. Und wer sind denn die verlässlichsten Partner im Emotionsgeschäft? Wir. Weil es unser Beruf ist Emotionen zu erzeugen, punktgenau abrufbar, täglich um 19:30 Uhr.

Was haben Sie denn Ihren Partnern aus Wirtschaft und Industrie zu bieten?
Emotion als Botschaftsträger, Emotion als Produktivitäts-Booster, Emotion als Führungsinstrument. Sehr spannend. Ein Unternehmen muss z.B. einen Change Management Prozess einleiten, was ja mittlerweile ständig der Fall ist. Und alles was jetzt bremst sind die Mitarbeiter, die Kunden, die Partner und die Öffentlichkeit. Weil sie Angst vor Veränderung haben, jeder auf seinem Gebiet. Aber alle zusammen sind nur auf eine Art wirklich zu überzeugen: mit Emotion. Wenn die richtigen Botschaften richtig umgesetzt richtig präsentiert werden, gibt es kaum Streuverluste.

Das klingt sehr selbstsicher, woher nehmen sie diese Überzeugung?
Weil ich weiß, wie es geht. Und ich finde mit meinen Partnern immer eine gemeinsame Sprache, ich spreche sozusagen „Kunst-ernehmerisch“…(lacht) Und das ist es ja. Dafür müssen wir Künstler die Sprache der Wirtschaft lernen und verstehen, um sie in Emotionen zu übersetzen. Dafür brauchen wir das Vertrauen der Wirtschaft. Auf dieser Basis können wir gemeinsam tolle, grandiose, zukunftsweisende unternehmerische Erfolgsgeschichten erleben.

Sie suchen den Sinn oder Sie vergeben den Sinn? Kann man bei Ihnen einen Abend Sinn buchen?
Zweifelsohne, im Bedarfsfall bin ich die absolut richtige Besetzung für einen sinnvollen und sinnlichen Abend (grinst). Nein, es geht ja viel mehr um komplette Konzepte, Unternehmensphilosophien, und Kultur. Die emotionalen Werkzeuge werden dann sinnvoll eingesetzt, wenn sie die Botschaften des Unternehmens transportieren. Diese müssen zunächst erarbeitet werden,  am Besten gemeinsam, und dann in Wort- Und Bildersprache umgesetzt. Storytelling ist das Geheimnis.

Wie arbeiten Sie?
Ich nehme mir Zeit für meine Partner. Wir setzen uns zusammen und erarbeiten gemeinsam die Themen, die Aufgaben, die Botschaften, mitunter auch die Probleme vor allem aus emotionaler Perspektive. Dann  machen wir unsere Hausaufgaben und bieten emotionale Übersetzungen, Maßnahmen und Ziele an.

Was haben die Unternehmen davon?
Spürbare Erleichterung bei Kommunikation, Vertrauensbildung, Loyalität, und immer wieder: Unternehmenskultur! Entsprechende Strukturen und Architekturen sind wesentlich für den Erfolg, gemeinsame Sprache kann ungeheuer viel leisten, und gerade in Zeiten der Veränderung sind emotionale Ziele, Maßnahmen und Strukturen  identitätsstiftend, teambildend und inspirierend. „Yes we can!“

Sie sind seit 40 Jahren im Showbusiness, haben von der Hochkultur bis zum Massen-Fernsehen alles gemacht und auch neue Disziplinen erfunden. Und jetzt wollen Sie auch in der Wirtschaft mitmischen. Wo beginnt bei Ihnen die Demut?
Im Scheitern! Wenn ich wieder geglaubt habe alles zu wissen und bestraft werde. Aber das ist es immer wert. Ich glaube nicht mehr an altmodische Abgrenzungen zwischen Kunst- und Wirtschaftstreibenden. Ich bin seit 40 Jahren Unternehmer im Emotionsgeschäft, mit entsprechender Verantwortung, wechselnden Mitarbeitern,  Produkten die ich ständig neu erfinden muss und mit Märkten, die sich quasi im Wochen-Rhythmus verändern. Ich kenne mich aus mit Change Management und dem ständigen Neuanfang. Und ich bin sozusagen ein Instrumentenbauer. Ich baue selbst die Instrumente, die wir für die Arbeit mit meinen Partnern aus Wirtschaft und Industrie brauchen.  Und immer wieder neu, handgearbeitet und maßgeschneidert. Change kommt nicht von der Stange, Kultur ist immer individuell, das gilt für alle menschlichen Kollektive, aber vor allem für Arbeitsgemeinschaften!

Ich danke. Was wünscht man Ihnen jetzt? Toi Toi Toi?
Gute Gefühle – gute Geschäfte! (lacht laut auf)