Verlobung

24.02.2016

VERLOBUNG – Gedanken nach einem Vortrag vor HR-ManagerInnen.

Die Atmosphäre war sehr gut, kein Wunder, waren es doch zu 85% Frauen, die im Publikum saßen. Der Humor, der sich ergab, ich habe frei gesprochen und etwas improvisiert (der Entertainer kann’s halt nicht lassen…), wurden sofort erkannt und fröhlich quittiert. Nicht immer selbstverständlich, habe ich es doch oft mit Menschen zu tun, die sich viel zu ernst nehmen…

Beim Plaudern danach wurde mir eines wieder klar: Egal wie gut deine Key Note ist, dein Vortrag, deine Rede ist, die Menschen, die dir ihre Zeit schenken, wollen etwas mitnehmen, etwas das sie gleich am nächsten Tag im Unternehmen einsetzen und nutzen können. Egal wie metaphysisch du unterwegs bist, wie einleuchtend es erscheint was du zu sagen hast und wie gut du Sprache und Humor einsetzen kannst – es muss einen Nutzen haben, Gewinn bringen, umsetzbar sein. Das ist deine Aufgabe, alles andere ist gut bezahlte Eitelkeit, l’art pour l’art.

Daher also jetzt, vielleicht etwas spät, aber dennoch:

Keine Angst vor Emotionen! Zeigt sie, fordert sie ein, zelebriert sie. Wovor haben wir Angst? Dass unsere Emotionen falsch interpretiert werden, mutwillig oder nicht, dass unsere Durchsetzungskraft, unsere Leadership-Qualitäten, unsere Überzeugtheit, und was weiß ich noch alles, unterschätzt und vielleicht sogar denunziert wird als zu weich, zu emotional, zu philosophisch? So ein irrationaler Unsinn! Als könnten wir unsere Emotionen jemals abschalten oder beenden, nein, wir können sie lediglich ignorieren und das ist nie eine gute Idee!

Aber wenn wir uns für unsere emotionale Seite entscheiden und unsere Mitmenschen hierin ebenfalls bestärken, dann setzen wir die Basis für Innovation und gute Unternehmenskultur, zwei Hauptanliegen der Wirtschaft. Wird jedoch unsere Emotionalität von Kollegen, von Führungskräften, oder gar dem Unternehmen als negativ empfunden und möglicherweise sogar sanktioniert, dann wissen wir doch genau wo wir uns befinden und wie rasch wir uns aus dieser extrem ungesunden Umwelt verabschieden müssen. Nix wie raus da!

Es ist wie mit der Verlobung: Man macht ein emotionales Angebot für die Zukunft. Wird es nicht angenommen, ist der Weg zurück verstellt und die Beziehung vorbei. Dann suchen wir uns neue Partner, die uns und die Liebe verstehen. 

« zurück