Schimpansen am Mars!

06.07.2015

Schimpansen am Mars:

Die Frage ob wir allein sind im Universum beschäftigt uns seit wir gedankenverloren in den nächtlichen Himmel starren. Ich habe mich oft gefragt warum uns das so wichtig ist und bin zu der Antwort gelangt, dass wir uns etwas erhoffen: Verbesserung.

Wir kennen noch keine, aber wir gehen bei Außerirdischen davon aus, dass sie fortgeschrittener sind als wir. Und wir hoffen, dass sie uns helfen bei unseren Problemen, die da wären: Wir zerstören unseren Planeten systematisch und wissen nicht genau warum, und wir haben ein philosophisches Problem, weil wir an etwas Größeres glauben als die Natur. Wir glauben besser zu sein.

In Wirklichkeit sind wir natürlich alle gleich, nicht nur auf der Erde, sondern im ganzen verdammten Universum. Alles besteht aus den exakt gleichen chemischen Elementen: Wasserstoff, Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Helium, wie es uns der unterhaltsame Astrophysiker Dr. Neil deGrasse Tyson erklärt. Die Elemente des Menschen sind mit jenen des Universums deckungsgleich, weil sie vielleicht von dort stammen. Es gibt eine Theorie nach der unsere Elemente durch Kollisionen im All und herumfliegende Trümmer auf die Erde kamen.

Jetzt haben wir durch die Marssonde erstmals detaillierte Aufnahmen von der Marsoberfläche und glauben bereits Pyramiden und in Fels gehauene Statuen zu erkennen. Das könnte unsere neues zu Hause werden. Aber wo sind die Marsmenschen? Haben sie ihren Planeten verlassen? Wenn ja, warum? Und wieso sind sie nicht auf der Erde gelandet? Wir standen offenbar nicht mal auf der Liste, so viel zu unserer Stellung im Universum.

Der genetische Unterschied zwischen einem Schimpansen und einem Menschen ist nur etwas mehr als ein Prozent, aber dieses eine Prozent, wie es uns der geniale Astrophysiker Dr. Tyson so unterhaltsam erklärt, ist genug um eine enorme intellektuelle Distanz zwischen Menschen und Affen entstehen zu lassen. Der Affe beherrscht im allerbesten Fall ein paar Gesten Signalsprache, während der Mensch das Hubble Teleskop erfindet und die Geburt des Universums untersucht.

Wenn also ein Prozent so einen riesigen Unterschied auf der Erde machen kann, wie muss das erst sein wenn wir Kontakt mit Wesen aufnehmen, die ein oder sogar mehr Prozent fortgeschrittener sind als wir? Dann sind wir die Affen und kommen als Gesandte vom Planet der Affen. Und wir wollen bleiben, weil es auf der Erde nicht mehr lebenswert ist. Werden wir auf Verständnis stoßen? Auf Gastfreundschaft? Oder müssen wir davon ausgehen, dass die so reagieren wie wir, wenn uns jemand um Asyl bittet?

Vielleicht schießen sie uns bereits im Anflug gnadenlos ab damit wir mit unseren veralteten Landegeräten gar nicht erst in die Nähe von Mars gelangen. Manchen gelingt es trotzdem, die werden sofort in abgeschottete Isolierstationen umgeleitet und dort kaserniert, bis klar ist was mit ihnen passieren soll.

Inzwischen wächst unsere Enttäuschung, wenn der große Traum vom Leben am Mars zerplatzt und zu Aggression wird gegen die Gastgeber, was die natürlich nicht gern haben. Dann stecken sie die Randalierer in Raumfähren und schicken sie zurück zur Erde, mit der Aufforderung den Planten gefälligst wieder bewohnbar zu machen, statt einfach zum Mars zu flüchten.

Dafür werden wir Menschen uns rächen. Wir werden Flotten zusammenstellen und den Mars überfallen, so wie wir das seit jeher machen, wenn wir neue Lebensräume suchen. Es wird Krieg geben, den Krieg der Affen. Und wir werden ihn wahrscheinlich verlieren, wegen einem einzigen Prozent genetischen Unterschieds. Man wird uns in Käfige stecken und über uns lachen. Schimpansen am Mars!

Alexander Goebel, Sinnmacht