BLOG zum BUCH: VERZICHT

19.02.2015

BLOG zum BUCH: VERZICHT war das Thema in meiner Radio Show und ich war mal wieder überrascht, wie offen und ehrlich die Menschen der Stadt mit mir sprechen. Zunächst ging es um Fleisch , Zucker und Alkohol, aber dann wurde es interessant. Eine Hörerin hat sich den Verzicht auf Kontakt mit Menschen die ihr nicht gut tun verordnet. Wie erkennt man die? Und warum umgibt man sich überhaupt mit solchen Menschen? Gesellschaftliche Konventionen, emotionale Zwänge, und die simple, aber kraftvolle Angst vor der Einsamkeit sorgen dafür. Die Hörerin hat einen regelrechten Aufruf gemacht, damit mehr Leute sich von den Energieräubern in ihrer Umgebung absetzen, sich distanzieren. Fand ich sehr cool. Aber genauso cool fand ich den letzten Anrufer, ein junger Mann, der sich über seine Freundin beschwerte, die  beschlossen hat, 40 Tage keinen Sex zu haben. Selbst der gemeinsame Besuch des Films „50 Schattierungen von Grau“ hat sie nicht umstimmen können, wie er enttäuscht berichtete. Da konnte ich nur Paartherapie empfehlen, zu heikel da tiefer einzusteigen, und schon gar irgendwelche gut gemeinte Ratschläge zu verabreichen.

Vom emotionalen Standpunkt scheint es mir so, dass wir das alte Ritual, die Tradition, den religiösen Brauch des Fastens heute zeitgemäß nutzen, um uns zu überprüfen, zu stärken, und Notweniges von Überflüssigem zu trennen. Wir verzichten der Erfahrung wegen, wir organisieren uns in Social Media-Gruppen und tauschen uns aus. Das nenne ich mal sinnvollen Umgang mit Social Media und mobiler Kommunikation. Allemal besser und interessanter als Katzen und Kinder und Essen. Darauf kann ich nämlich verzichten, auf Facebook und überhaupt. Banalitäten-Fasten! Ganzjährig am besten.

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