ARMUT

17.10.2013

Das Thema der letzten Sendung („Die Alexander Goebel Show“, Radio Wien, jeden Mittwoch, 19:00 – 21:00 Uhr): „ARMUT“.

Die Ausgangslage ist klar: Die Armutsdaten steigen exorbitant in ganz Europa, so auch in Österreich, die Politik kommt mit Maßnahmen und Strukturänderungen nicht nach, aber es herrscht dringender Handlungsbedarf. Seltsamerweise kam von Seiten der AnruferInnen, fast schon mechanistisch, der Aufruf und die Erwartung an die Politik, hier etwas zu verändern. Als ich darauf aufmerksam machte, dass es doch auffallend sei, dass die meisten Menschen bei den jüngsten Wahlen sich wieder für jene Politik entschieden haben, die doch bereits seit vielen Jahren beweist, dass sie dieses Problem nicht in den Griff bekommt, stieß ich auf Unverständnis. Es scheint, als ginge es bei der Diskussion um dieses drängende gesamt-gesellschaftliche Thema lediglich um die Verlagerung von persönlicher Verantwortung auf die Politik, um eine Art Handwaschung nach Pilatus, um die kollektive, und somit legitime, Bankrotterklärung einer Gesellschaft, die sich außerstande sehen will ihre schwachen, kranken, und benachteiligten Mitmenschen mit Mitteln und Würde zu versorgen. Und wenn das dann noch im Massenmedium Radio passiert, ist es wie eine öffentliche Beglaubigung einer bequemen Geisteshaltung. Das habe ich für mich und meine Sendung abgelehnt und es kam in der Folge zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen. So wurde es eine der anstrengendsten, interessantesten, und am Schluss durch einen ausgeschlafenen 13jährigen Hörer sogar noch hoffnungsvollsten Sendungen des Jahres.

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